Porsche
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29. Juni 2021

Seit Langem ist bekannt, dass Volkswagen, Porsche, Mercedes und Co. unzählige Diesel-PKW manipulierten, um niedrigere Emissionswerte vorzutäuschen. Nun befindet sich Porsche inmitten der bundesweiten Diskussion über die Erhöhung von Spritpreisen in einem offiziellen Anhörungsverfahren gegen das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wieder. Während im Dieselskandal Stickoxid-Werte für Typengenehmigungen manipuliert wurden, soll Porsche auch bei einzelnen Benziner-Modellen Angaben zum Verbrauch manipuliert haben, so die Bundesbehörde. Zwar gibt es für Benziner keinen gesetzlichen Grenzwert für CO2-Emissionen, doch sagten mehrere Porsche-Mitarbeiter aus, das Soft- und Hardware von Prüfungsfahrzeugen unzulässig manipuliert worden seien, um mit den Katalogwerten des CO2-Verbrauches übereinzustimmen.

Bereits vor rd. einem Jahr wurden diese Informationen an deutsche sowie US-amerikanische Behörden weitergetragen. Danach führte das KBA gemeinsam mit Porsche monatelang Messungen an zufällig ausgewählten Fahrzeugen durch (sog. Random- bzw. Stichprobenverfahren). Die Ergebnisse zeigten auf, dass drei von elf getesteten Modellen wie etwa ältere des Macan (SUV) oder des Boxster Spyder 981 (Roadster) den Toleranzbereich des Typengenehmigungswertes überschritten. Insgesamt sind rd. 20.000 Fahrzeuge von den Manipulationen auf dem europäischen Markt betroffen.

Mittlerweile – so ist zu verlautbaren – beabsichtigt das KBA eine Rückrufaktion. Porsche streitet mit dem KBA derzeit jedoch weiter über die Anwendung der Messtoleranz. Bislang setzte der Hersteller selbst einen Wert für die Typengenehmigung fest. Das Messergebnis galt/gilt erst dann als auffällig, wenn es mehr als 4% des Grenzwertes überschritt/überschreitet. Porsche argumentiert dahingehend, dass ein solcher Toleranzwert für Fahrzeuge, die seit Jahren nicht mehr produziert werden, in Europa gar nicht geregelt sei und beruft sich deshalb auf das US-amerikanische Recht, nach welchem das Messergebnis um bis zu 10% überschritten werden darf.

Für die Verbraucher bedeutet dies: abwarten. Ob Porsche das Problem ähnlich wie im Diesel-Skandal mit einem Software-Update beheben kann, bleibt zunächst offen – genauso wie es im Raum steht, ob Porsche Steuern für die höheren CO2-Emissionen nachzahlen muss.

Schlussendlich liegt es im Ermessen des KBA, ob die betroffenen Fahrzeuge zurückgerufen werden – oder nicht. Erst dann lässt sich eine klare Prognose über den Schaden für die Verbraucher stellen – und über den Schaden für Porsche.

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