Wirecard: Nur langsam kommt Licht ins Dunkle
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Wirecard – Nur langsam kommt Licht ins Dunkle

Wirecard Insolvenz News

Maîtrise en droit, Mag. iur., Rechtsanwalt, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie IT-Recht

23. September 2020

Der Insolvenzverwalter bemüht sich um Aufklärung. Erschwert wird dies insbesondere durch das komplizierte Firmengeflecht des Wirecard-Konzerns. 

Fast täglich werden in Sachen Wirecard neue Details berichtet. Nur langsam klärt sich der Sachverhalt auf.

In seinem vorläufigen (nichtöffentlichen) Insolvenzbericht hat der Insolvenzverwalter Michael Jaffé über die Vermögenslage des Konzerns berichtet. Danach stehen aktuell 26,8 Millionen Euro zur freien Verfügung. Vermögenswerte werden auf 428 Millionen Euro taxiert. Dem stehen allerdings Schulden in Höhe von 3,2 Milliarden Euro gegenüber.

Zwischenzeitlich setzt der Insolvenzverwalter die Bemühungen für den Verkauf von Unternehmensteilen der Wirecard AG fort. Verschiedene Interessenten, darunter auch Banken, prüfen, ob es sich lohnt, Teile von Wirecard zu kaufen und für die eigenen Geschäfte weiter zu nutzen.

Für eine weitere Berichterstattung durch den Insolvenzverwalter zur wirtschaftlichen Situation des Unternehmens muss nun der Berichtstermin abgewartet werden, der für den 18. November 2020 in München angesetzt ist. 

Für Anleger kommt nach wie vor insbesondere eine Anmeldung von Schadensersatzforderungen zur Insolvenztabelle in Betracht.

Daneben ist fortlaufend zu prüfen, ob auf Grund neuer Sachverhaltsdetails der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young (EY) haftet. Schon heute spricht einiges dafür. Der weitere Verlauf wird jedoch zeigen, ob Vorwürfe, die gegenüber EY erhoben werden, für eine Schadensersatzpflicht ausreichen.

Für die geschädigten Anleger bleibt der Fall also spannend.