Olympia-Attentat 1972: Einigung nach 50 jahren
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Olympia-Attentat 1972: Einigung nach 50 Jahren

Pressemitteilung

30. Juni 2022

Opferschutz-Kanzlei baum reiter & collegen handelt Kompromiss mit den Hinterbliebenen aus

Düsseldorf/Berlin, 31. August 2022: Am kommenden Montag - dem 50. Jahrestag des Olympia-Attentats von 1972 – ist eine Gedenkveranstaltung in München geplant. Die Teilnahme der Opferfamilien drohte zu scheitern, weil sich deutsche Regierung und Vertreter der Hinterbliebenen nicht über die adäquate Höhe der Entschädigungszahlungen verständigen konnten. Das Angebot war der israelischen Seite im internationalen Vergleich gesehen zu niedrig.

Die Verhandlungen zwischen deutscher Regierung und den Vertretern der Hinterbliebenen waren im Sommer dieses Jahres derart festgefahren, dass die Opferfamilien ihre Teilnahme an der Feier absagten. Im August wurde deshalb die in Angelegenheiten des Opferschutzes (u.a. Loveparade, Germanwings, Concorde, Lockerbie, Entschädigung russischer Zwangsarbeiter) erfahrene Düsseldorfer Kanzlei baum reiter & collegen von den Hinterbliebenen mandatiert. In intensiven Verhandlungen gelang es dem dreiköpfigen Expertenteam, bestehend aus dem früheren Bundesinnenminister Gerhart Baum und den beiden Seniorpartnern Prof. Dr. Julius Reiter und Dr. Olaf Methner, in persönlichen Gesprächen mit der Bundesregierung einen für beide Seiten akzeptablen und tragfähigen Kompromiss auszuhandeln, der nunmehr als Endergebnis materielle und immaterielle Anerkennungsleistungen vorsieht.

„Dass nach 50 für die Hinterbliebenen quälenden Jahren es jetzt zu einer abschließenden Vereinbarung gekommen ist –- das ist ein Erfolg! Die Gesamtkonzeption ermöglicht eine würdige Gedenkfeier am 5. September in Anwesenheit der Präsidenten Herzog und Steinmeier und vor allem in Anwesenheit der Hinterbliebenen, die sich unter den neuen Umständen bereit erklärt haben, an der Veranstaltung teilzunehmen.“ erklärte dazu heute Julius Reiter. „Wir bedanken uns für die faire und konstruktive Verhandlungsführung der Bundesregierung durch Staatssekretärin Juliane Seifert aus dem Bundesinnenministerium und sind froh, dass wir unseren Anteil zum Gelingen dieser für das deutsch-israelische Verhältnis so wichtigen Gedenkfeier beitragen konnten“, sagt Gerhart Baum.

„Die Vereinbarung enthält nicht nur materielle und immaterielle Komponenten. Ebenso wichtig ist den Angehörigen die Aufarbeitung des damaligen Geschehens – jetzt unter Offenlegung aller Quellen. Das wird noch im Einzelnen festgelegt werden“, ergänzt Kanzleipartner Dr. Olaf Methner.

Prof. Dr. iur. Julius Reiter, Dr. Olaf Methner, Gerhart Baum

baum reiter & collegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

baum reiter & collegen unterhält Standorte in Düsseldorf und Berlin. Die Kanzlei ist seit mehr als 20 Jahren spezialisiert im Bank- und Kapitalmarktrecht und verfügt über die Erfahrung aus Zehntausenden Verbraucherschutz-Mandaten. Des Weiteren ist die Kanzlei von Anbeginn im Opferschutz tätig und hat dabei u.a. sowohl Hinterbliebene und Verletzte der Loveparade-Katastrophe als auch Hinterbliebene des Germanwings-Absturzes vertreten. Prof. Reiter hat im vergangenen Jahr im Interesse der Opfer der Loveparade mit der Landesregierung NRW einen erheblich aufgestockten zweiten Nothilfefonds initiiert und verhandelt. Gleichzeitig war er Mitglied der Expertenkommission des Justizministeriums zur Verbesserung der Aufklärung komplexer Unglücksereignisse. Gerhart Baum hat Opfer und Angehörige des Ramstein-Unglücks, des Concorde-Absturzes und anderer Flugzeugunglücke wie Lockerbie vertreten. Er war Anwalt der sowjetischen Zwangsarbeiter gegen die Bundesregierung. Nach 1990 übernahm er Beratungsaufträge der Europäischen Kommission zur Erneuerung des Luftverkehrsrechts in Osteuropa.