Urteil des LG Gießen: VW im Diesel-Abgasskandal zu Schadensersatz verurteilt

31.08.2018

Erneut hat ein Gericht im Abgasskandal die Volkswagen AG zu Schadensersatz verurteilt. Der Kläger, vertreten durch die Kanzlei baum reiter & collegen, erwarb im Jahr 2013 einen gebrauchten VW Golf 2.0 TDI. Später musste er feststellen, dass sein Fahrzeug vom Diesel-Abgasskandal betroffen ist. Auf Drängen des Kraftfahrtbundesamtes ließ er das Fahrzeug mit dem von VW angebotenen Softwareupdate nachrüsten. Den Schaden wollte der Kläger jedoch nicht auf sich sitzen lassen und verklagte VW auf Schadensersatz. Mit Erfolg.

Vor Gericht ließ der Kläger vortragen, dass das Fahrzeug als umweltfreundlich beworben und vermarktet wurde. Auf die angeblich eingehaltene Abgasnorm wurde zusätzlich im Fahrzeugschein ausdrücklich hingewiesen. Der Kläger suchte damals nach einem umweltfreundlichen und wertstabilen Fahrzeug, welches er selbstverständlich uneingeschränkt und auch in Städten nutzen wollte. Stattdessen erhielt er jedoch ein manipuliertes Fahrzeug, dessen Motorsoftware die Leistung beeinträchtigte. Das Handeln der Volkswagen AG stellte aus Sicht des Klägers eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung dar. Entsprechend sei VW zu Schadensersatz verpflichtet.

Auf der Grundlage des Klägervortrags verurteilte das Landgericht Gießen die Volkswagen AG zu Schadensersatz in Höhe des Kaufpreises (abzgl. Nutzungsersatz) sowie auf Zahlung von Zinsen Zug-um-Zug gegen die Rückgabe des manipulierten Fahrzeugs.

 

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

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