MPC MS SANTA L SCHIFFE MBH & CO. KG

Der geschlossene Schiffsfonds wurde von der Initiatorin MPC Münchmeyer Petersen Capital AG im Jahre 2003 aufgelegt, verwaltet wird er durch die TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH. Das Kommanditkapital des Fonds betrug anfangs insgesamt EUR 177.429.000,00.
Anleger konnten sich an diesem Flottenfonds mit einer Mindestsumme von 15.000,00 EUR zzgl. 5% Agio beteiligen, investiert wurde in vier Containerschiffe, die MS Santa Larissa, die MS Santa Laurentia, die MS Santa Linea und die MS Santa Loretta.
Die Einnahmen sind zwar durch feste Charterverträge mit dem Charterer MSC bis jeweils Mitte-Ende des Jahres 2017 gesichert, jedoch steigen die sonstigen Kosten rasant an, dies hat zur Folge, dass die prospektierten Ausschüttungen aufgrund mangelnder Liquidität des Fonds seit dem Jahre 2009 ausbleiben mussten.
Zu den rasant angestiegenen sonstigen Kosten zählen unter anderem Kredite, die in japanischen Yen aufgenommen wurden. Das Fremdkapital des Fonds beträgt insgesamt  Darlehen in Höhe von 117.453.000 USD und 14.085.186.710 JPY.. In Folge der Aufwertung des japanischen Yen gegenüber dem USD in den letzten Jahren sind die zu bedienenden Kredite erheblich teurer geworden, da die Einnahmen aus den Cherterraten in USD.
Auch das MPC eigene Zweitmarktportal lässt die Anleger nicht aufatmen, denn dort werden derzeit (Stand Dez. 2012) nur ca. 20% der Beteiligungssumme geboten.  Eine ordentliche Kündigung ist erst zum Ende der Fondslaufzeit möglich, doch bis dahin bleibt es abzuwarten, ob der Fonds seine wirtschaftliche Lage wieder verbessern kann, da ansonsten erhebliche Verluste für den Anleger drohen, auch ein Totalverlust kann bei einer solchen Beteiligung nicht ausgeschlossen werden.
Wenn Sie Ihr investiertes Kapital schützen wollen, käme für Sie möglicherweise ein Anspruch auf Schadensersatz in Betracht, wenn Sie für diese Kapitalanlage eine fehlerhafte Anlageberatung in Anspruch genommen haben.
Bei einer Anlageberatung durch eine Bank oder Sparkasse, hätte der Bankberater nach der so genannten kickback-Rechtsprechung des BGH auf Provisionen hinweisen müssen, die die Bank für die Vermittlung des Fondsanteils erhalten hat.
Aber auch Anleger, die nicht durch Banken und Sparkassen beraten wurden, haben Grund zur Hoffnung, denn auch nicht bankgebundene Berater müssen nach neuester Rechtsprechung des BGH auf die an sie geflossenen Provisionen hinweisen, wenn diese mehr als 15% des aufgebrachten Kapitals betragen. In diesem Fall betrug die Vertriebsprovision zwischen 10-15 % des eingesetzten Kapitals und war mithin zumindest bei 15% Offenlegungspflichtig, da hierüber auch das Fondsprospekt nicht aufklärte. Wir konnten in Mandantengesprächen zudem feststellen, dass die Berater nicht hinreichend über die Risiken dieser Anlage aufgeklärt haben. Die Risiken einer wie hier vorliegenden  unternehmerischen Beteiligung hätten in einem Beratungsgespräch einen wesentlichen Teil darstellen müssen. Des Weiteren hätte ebenfalls aufgeklärt werden müssen über
  • Das hohe Risiko bei einer Kreditaufnahme in japanischen Yen, bei Einnahmen des Fonds in US$
  • Den nicht geregelten Zweitmarkt und die daraus resultierende Folge, dass die Anleger somit bis zum Ende der Fondslaufzeit nicht die Möglichkeit haben an ihr Geld zukommen.
  • Die Tatsache, dass nur ca. 50 % der Anlegergelder, tatsächlich in die Schiffsinvestition flossen.
Sofern Sie die Vermutung haben, dass auch Sie eine fehlerhafte Beratung in Anspruch genommen haben, raten wir Ihnen, sich angesichts verjährender Ansprüche frühzeitig von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten zu lassen, ob diese Ansprüche möglicherweise auch bei Ihnen bestehen.