MPC OFFEN FLOTTE BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT MS “SANTA-B SCHIFFE” MBH & CO. KG

Auch dieser Schiffsfonds befindet sich nunmehr in wirtschaftlicher Schieflage und ist insolvenzbedroht. Den ca. 7.000 Anlegern wurde im Januar 2013 mitgeteilt, dass die 14 Containerschiffe der Dachfondsgesellschaft auf Betreiben der finanzierenden Banken verkauft werden sollen, um die Insolvenz des Fonds abzuwenden. Die geplanten Erlöse sollen gerade einmal reichen, die Schiffshypotheken abzulösen. Dies hätte für die Anleger zwar den Vorteil, dass ihnen wenigstens die erhaltenen Ausschüttungen in Höhe von  4 % erhalten blieben, die im Falle einer Insolvenz zurückzuzahlen sind; der Rest der von den Anlegern investierten rund 186 Mio. € dürfte jedoch unwiderbringlich verloren sein.
Der geschlossene Fonds wurde von der Initiatorin MPC Münchmeyer Petersen Capital AG im Jahre 2006 als Dachfonds aufgelegt, verwaltet wird er durch die TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH. Das Kommanditkapital des Fonds betrug anfangs insgesamt EUR 177.429.000,00. Beteiligen konnte man sich mit einer Mindestsumme von 10.000,00 EUR zzgl. 5% Agio, investiert wurde in die folgenden 14 Vollcontainerschiffe, MS San Albano, MS San Alberto, MS San Alfonso, MS San Alfredo, MS San Allessandro, MS San Alvaro , MS San Amerigo, MS San Andres, MS San Antonio, MS Santa Balbina, MS Santa Belina, MS Santa Bettina, MS Santa Bianca und MS Santa Brunella.
Die Einnahmen des Fonds blieben weit hinter den prospektierten Erwartungen zurück. So waren nach dem Verkaufsprospekt Ausschüttungen für das Jahr 2007 in Höhe von  4,0 % (Beitritt Mai 06) geplant; ab dem Jahr 2008 wären laut Prospekt 8,0 % Ausschüttungen zu erwarten gewesen. Ab dem Jahr 2009 sollten die Ausschüttungen sodann auf 9,0 %  p.a. steigen und darüber hinaus ab dem Jahr 2012  9,5 % betragen.
Erhalten haben die Anleger hingegen nur eine Ausschüttung im Jahre 2007 in Höhe von ca. 4 %. Seit dem hat es keine weiteren Aufzahlungen gegeben.
Stattdessen sollten die Anleger den Fonds im Jahre 2012 durch Kapitalerhöhungen von ca. 12 % retten, was jedoch gescheitert ist, da nicht genügend Anleger sich an dem Sanierungsplan beteiligt haben.
Auch das MPC-Zweitmarktportal lässt die Anleger nicht aufatmen, dort werden gegenwärtig  3 % der Zeichnungssumme als Kaufpreis geboten (Stand 25.10.2012).
Wenn Sie ihr investiertes Kapital schützen wollen, käme für sie möglicherweise ein Anspruch auf Schadensersatz gegen Ihren Berater bzw. gegen die Sie beratende Bank in Betracht.
Bei einer Anlageberatung durch eine Bank oder Sparkasse, hätte der Bankberater nach der so genannten kickback-Rechtsprechung des BGH auf Provisionen hinweisen müssen, die die Bank für die Vermittlung des Fondsanteils erhalten hat. Aber auch Anleger, die nicht durch Banken und Sparkassen, sondern durch sog. freie Berater beraten wurden, haben Grund zur Hoffnung, denn auch nicht bankgebundene Berater müssen nach der Rechtsprechung des BGH auf die an sie geflossenen Provisionen hinweisen, wenn diese mehr als 15% des aufgebrachten Kapitals betragen. In diesem Fall betrug die Vertriebsprovision 26,5% des eingesetzten Kapitals und war mithin Offenlegungspflichtig, da hierüber auch der Fondsprospekt nicht aufklärte.
Wir konnten in Mandantengesprächen zudem feststellen, dass die Berater nicht hinreichend über die Risiken dieser Anlage aufgeklärt haben. Die Risiken einer wie hier vorliegenden  unternehmerischen Beteiligung hätten in einem Beratungsgespräch einen wesentlichen Teil darstellen müssen. Des Weiteren hätte ebenfalls aufgeklärt werden müssen über
  • das hohe Risiko bei einer Kreditaufnahme in japanischen Yen, bei Einnahmen des Fonds in US$
  • die Risiken der loan-to-value Klauseln in den Kreditverträgen
  • den nicht geregelten Zweitmarkt und die daraus resultierende Folge, dass die Anleger somit bis 2023 nicht die Möglichkeit haben an ihr Geld zukommen.
  • die Abhängigkeit des Wertes der Schiffe von den schwankenden Charterraten
  • die Tatsache, dass nur ca. 57 % der Anlegergelder, tatsächlich in die Schiffsinvestition flossen.
Sofern Sie die Vermutung haben, dass auch Sie bei Erwerb der Beteiligung falksch beraten wurden, raten wir Ihnen, sich frühzeitig von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten zu lassen. Wir prüfen für Sie gerne, ob diese Ansprüche möglicherweise auch bei Ihnen bestehen.