Mutmaßliches Fehlverhalten darf nicht zu Lasten der Anleger gehen

Bei der Abgasaffäre kommen ziemlich viele sehr ungewöhnliche und wahrscheinlich auch zu Schadenersatz für VW Aktionäre führende Handlungen der Unternehmensführung zusammen: Jahr für Jahr wurde der Konzern auf mehr Effizienz und Gewinn getrimmt und dabei wurde vergessen auf die Compliance (die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen) zu achten.

Es wurde nicht ein- oder zweimal fahrlässig gemessen, um die Abgaswerte einzuhalten: Stattdessen wurde Software von leitenden Mitarbeitern der Motorenentwicklung entworfen, um die Abgastests gezielt zu manipulieren. Zusätzliche technische Einbauten mit einem auf Harnstoffen basierenden Abgasreinigungssystems wurden vorgenommen, die im Echtbetrieb viel zu schnell leer gewesen wären. Kurz und schlecht: Ein Großteil der Diesel-Flotte entsprach nicht den gesetzlichen Bestimmungen, auf das Unternehmen rollt eine Schadensersatzlawine in Milliardenhöhe zu.

Dadurch verändern sich auch die wesentlichen Kennzahlen für die Aktienbewertung. Als Anleger verloren Sie binnen eines Jahres nachweislich mehr als 50 % des Wertes, den Sie investiert hatten. In einer Musterklage, die unsere Kanzlei für Ihr Recht nutzen möchte, wird die Wahrscheinlichkeit für Schadenersatz für VW Aktionäre ausgelotet. Anstatt eines stabilen Aufwärtstrends der Aktie wurden sehr viele Kursverluste angehäuft.

Sie sollten auch deshalb an die Geltendmachung des Schadens denken, da das Management seinerseits bisher keinerlei Wiedergutmachung für den Schaden angeboten hat: Es wurde weder die Haftpflichtversicherung des Unternehmensvorstands in Anspruch genommen, andere Maßnahmen zur Verlustreduzierung wurden auch nicht angeboten. Das Problem dabei: Wenn Sie als Anleger die Sache nicht selbst mit Hilfe einer Rechtsanwaltskanzlei in die Hand nehmen, dann verjähren die Ansprüche. Es gibt keinen Dritten, der Ihren Schadensersatz geltend machen würde.

Im Zentrum der Betrachtungen wird dabei das Fehlverhalten innerhalb des Unternehmens zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten stehen: Neben der Betrugstat können es auch Verstöße gegen das Wertpapierhandelsgesetz bzw. auch die Börsenusancen sein. Ähnlich wie schon bei umstrittenen Optionsgeschäften kommt es auch auf das Kommunikationsverhalten an. Der Schwerpunkt der Substantiierung des Anspruchs wird wohl darauf liegen, dort weiteres Fehlverhalten zu dokumentieren und damit den kursschädlichen Einfluss gerichtsfest nachzuweisen. Durch Beteiligung an einem Musterklageverfahren kann im besten Fall eine kostengünstige und effiziente Wahrnehmung Ihrer Rechte erreicht werden.