MONTRANUS – ANLEGER KÖNNEN MEDIENFONDS RÜCKABWICKELN

Mehr als 2.500 Anleger hatten ca. € 240 Mio. in den von der Hannover Leasing AG aufgelegten Filmfonds MONTRANUS II (HL-Fonds Nr. 158) investiert. Die wirtschaftliche Situation des Fonds verlief bislang enttäuschend. Bis zum 31.12.2012 blieben die Ausschüttungen weit hinter den prospektierten Ergebnissen zurück und beliefen sich gerade einmal auf ca. 20% der EInlage. Zudem hat die Finanzverwaltung das steuerliche Konzept nicht anerkannt und drohte damit, die Steuervorteile abzuerkennen. Auch wenn sich dieses Problem durch eine von der Finanzverwaltung geänderte Abschreibungsregelung entschärft haben dürfte, müssen die Anleger weiterhin damit rechnen, am Ende der Laufzeit einen Teil Ihrer Einlage zu verlieren. Die ehemals versprochenen Renditen werden jedenfalls außerhaln von Hollywood nicht zu realisieren sein.
Für betroffene Anleger des MONTRANUS II – wie aber auch den Anlegern der Fonds MONTRANUS I (HL-Fonds Nr.143) und MONTRANUS III (HL-Fonds Nr. 166) erggibt sich aber infolge der Entscheidung des OLG München vom 17.01.2012 (5 U 2167/11) die Möglichkeit, sich vorzeitig von der unrentablen Anlage zu lösen.
Eröffnet wird diese Möglixhkeit durch das Fondskonzept. Denn neben der Bareinlage hatte jeder Anleger einen Teil seiner Kommanditeinlage konzeptionsgemäß über die Helaba Dublin zu finanzieren.
Das OLG München hat entschieden, dass die Heleba Dublin für ihren Darlehensvertrag keine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung erteilt hat. Dies hat zur Folge, dass die Widerrufsfrist nicht zu laufen begonnen hat und der Darlehensvertrag deswegen Jahre später – und auch heute noch – widerrufen werden kann. Dieser Ansicht wollte auch der Bundesgerichtshof (BGH) in der Revisionsverhandlung vom 18.12.2012 folgen und das Urteil des OLG München bestätigen. Hierzu kam es jedoch nicht, da die Helaba Dublin die Rückabwicklungsklage des klagenden Anlegers zur Vermeidung eines Präzendentsurteils anerkannte. Das Urteil des OLG München ist somit rechtskräftig und kann daher auch vor dem Hintergund des Verlaufs der mündlichen Verhandlng vor dem BGH und der darin mitgeteilten Ansicht als Signal für kümftige Verfahren wirken. Infolgedessen konntei die Kanzlei baum · reiter & collegen für ihre Mandanten bereits diverse Verfahren erfolgreich beenden. Zudem stehen noch etliche Klagen zur Entscheidung aus, die nunmehr ebenfalls positive beurteilt werden dürften.
Da bei allen Darlehensverträgen die gleiche Widerrufsbelehrung verwendet wurde, können alle Anleger, die zugleich Verbraucher sind, auch heute noch den Widerruf erklären. Wir können den Anlegern der MONTRANIUS-Fonds nur raten, den Darlehensvertrag gegenüber der Helab Dublin zu widerrufen und die Rückabwicklung zu verlangen. Sollte die Heleba Dublin den Widerruf wie so oft zurückweisen, sollten betroffene Anleger dringend fachanwaltlichen Rat zur Hilfe ziehen, da die von der Helaba Dublin bzw. deren Anwälten vertretene Rechtsansicht unzutreffend ist und augenscheinlich nur dazu dient, Anleger einzuschüchtern.
Sollten Sie hierzu Fragen haben und Rat von Fachanwälten für Bank- und Kapitalmarktrecht wünschen, kommen Sie gerne auf uns zu. Unsere Kanzlei steht Ihnen unter kanzlei@baum-reiter.de oder 0211/836 805 70 für Fragen zur Verfügung.