Kunden wie auch Autohändler wurden getäuscht: Urteil des LG Lüneburg im Diesel-Abgasskandal

10.08.2018

Der Mandant unserer Kanzlei baum reiter & collegen erwarb im Jahr 2014 einen Audi Q3. Im August 2018 konnte er nun mit unserer anwaltlichen Hilfe seine Ansprüche auf Schadensersatz vor dem Landgericht Lüneburg durchsetzen. Das Gericht verurteilte die Volkswagen AG wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zur Rückerstattung des Kaufpreises.

Vor Gericht behauptete VW, die Vorstandsmitglieder hätten keine Kenntnis von der Entwicklung und Verwendung der Manipulationssoftware gehabt. Es bestünde demnach kein auch Verschulden auf Seiten der Volkswagen AG und Schadensersatzansprüche bestünden daher nicht.

Das Gericht hörte die Volkswagen AG jedoch nicht und schloss sich zurecht den Ausführungen unseres Mandanten an. In der Urteilsbegründung stellte das Gericht die besondere Verwerflichkeit der Abgasmanipulation fest und führte aus: VW setze sich gezielt – denn anders als gezielt ist der Einbau der geschilderten Motorsteuerung nicht denkbar – über die Rechtsvorschriften hinweg. Der Zweck des Betruges lag nach Meinung des Gerichts allein im Streben nach wirtschaftlichem Gewinn, und jeder Käufer trug das Risiko, dass den mit einem manipulierten Motor ausgestatteten Fahrzeugen die Typengenehmigung entzogen werden könnte.

Auch Händler wurden von VW getäuscht

Zudem stellte das Gericht fest, dass die Volkswagen AG sich über die Interessen einer Vielzahl von Autohändlern hinweggesetzt hat, die von der manipulierten Motosteuerung der Dieselmotoren ebenso wenig Kenntnis haben konnten wie die Käufer. Damit hat VW also nicht nur die Käufer, sondern auch eine Vielzahl von Händlern getäuscht. An einer vorsätzlich sittenwidrigen Schädigung durch die Volkswagen AG besteht daher kein Zweifel.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

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