WERTPAPIERBETEILIGUNGEN

BRC ERSTREITET URTEIL GEGEN SPARKASSE WEGEN FALSCHBERATUNG IM ZUSAMMENHANG MIT KANAM USA XXII LIMITED PARTNERSHIP

Das Landgericht Münster hat mit dem von baum · reiter & collegen erstrittenen Urteil vom 16.02.2012 die beklagte Sparkasse wegen fehlerhafter Anlageberatung im Zusammenhang mit dem Immobilienfonds „KanAm USA XXII Limited Partnership“ (Meadowlands Xanadu) zu Schadensersatz verurteilt.

Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass in diesem Fall eine Beratungspflichtverletzung vorliegt.

Die Beklagte hat die Klägerin nicht ordnungsgemäß über die an sie geflossenen Rückvergütungen aufgeklärt. Wann die Aushändigung des streitgegenständlichen Fondsprospekts stattgefunden hat kann dahinstehen, da dieser ohnehin nicht ausreichend über die Rückvergütungen aufklärt hat. Eine selbständige Informationspflicht obliegt der Klägerin diesbezüglich nicht. Der Kunde muss vor Zeichnung das besondere Interesse der Bank erkennen können, um eine Fehlvorstellung der Neutralität der Bank zu verhindern. Des Weiteren konnte der Vortrag der Klägerin im Hinblick auf eine gewünschte „sichere“ Anlage nicht erschüttert werden. Demzufolge hat keine anleger- und objektgerechte Beratung stattgefunden.


LEHMAN ZERTIFIKATE – BRC ERSTREITET EIN URTEIL GEGEN DIE TARGOBANK

Das Landgericht Düsseldorf hat die Targobank mit dem von baum · reiter & collegen erstrittenen Urteil vom 31.08.2012 € 25.500 zu Schadensersatz verurteilt.

Grund für die Entscheidung war eine fehlerhafte Kapitalanlageberatung im Zusammenhang mit dem Erwerb von Lehman Brothers Zertifikaten.

Ausschlaggebend war die Feststellung einer vorliegenden Beratungspflichtverletzung der Targobank. Banken sind grundsätzlich dazu verpflichtet, den Anleger in verständlicher Form und nach vernünftigem Ermessen über die Art, die Risiken und die Funktionsweise der jeweiligen Kapitalanlage aufzuklären.
Die Kläger gaben ausdrücklich zu erkennen, dass aus persönlichen Gründen lediglich eine Kapitalanlage mit einer Laufzeit von 2 Jahren in Betracht käme, empfohlen wurde ihnen hingegen ein Lehman Zertifikat mit einer maximalen Laufzeit von 5 Jahren. Eine ordnungsgemäße Beratung bezüglich der Funktionsweise und der Struktur des Zertifikats konnte folglich nicht festgestellt werden, da das ausdrückliche Anlageziel nicht mit der empfohlenen Kapitalanlage übereinstimmte. Die Bank hat des Weiteren auch nicht über die ihr durch die Vermittlung zufließenden Provisionen und den daraus resultierenden Interessenskonflikt aufgeklärt.


MORGAN STANLEY P2 VALUE – BRC ERSTREITET EIN URTEIL GEGEN DIE COMMERZBANK

Das Landgericht Frankfurt am Main hat die Commerzbank AG mit dem von baum · reiter & collegen erstrittenen Urteil vom 24.08.2012 zu Schadensersatz verurteilt.

Der Beklagten wurde vorgeworfen eine fehlerhafte Anlageberatung im Vorfeld zu der Zeichnung des offenen Immobilienfonds „Morgan Stanley P2 Value“ vorgenommen zu haben. Das Gericht hat hier die vorgeworfenen Beratungspflichtverletzungen festgestellt. Demnach oblag der Beklagten die Pflicht, die Kläger anleger- und objektgerecht zu beraten. Hierzu ist es erforderlich, dass die beratende Bank dem Anleger die Eigenschaften und Risiken, die für die Anlageentscheidung von wesentlicher Bedeutung sind oder sein könnten erläutert. Zudem muss diese Aufklärung rechtzeitig und in verständlicher Form vorgenommen werden.

In diesem Fall hatte die Commerzbank es unterlassen, den Anleger über die Möglichkeit des Totalverlusts und der Schließung des Immobilienfonds aufzuklären.
Folglich hat das Gericht in diesem Fall eine fehlerhafte Anlageberatung angenommen.