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Anlegern der „Hannover Leasing Substanzwerte Deutschland 7“ droht Totalverlust

Seit der Insolvenzanmeldung des Hauptmieters Imtech Deutschland stehen dem Immobilienfonds „Substanzwerte Deutschland 7“ der Hannover Leasing Mietausfall und den Anlegern Einlageverluste.

Düsseldorf, 20. Januar 2016 – Die Insolvenz der Imtech Deutschland wirft seine Schatten: Da der geschlossene Immobilienfonds Substanzwerte Deutschland 7 ausschließlich aus einem Objekt besteht – dem 16.000 qm großen Bürokomplex im Frankfurter Gewerbegebiet Gateway Gardens, beim Frankfurter Flughafen – und alleiniger Mieter besagter Gebäudeausrüster ist, kommen harte Zeiten auf betroffene Kapitalanleger zu. Durch Mieteinbußen kann es zu hohen Einlageverlusten kommen.

Der Hintergrund: Durch den 2011 aufgelegten Immobilienfonds suchte die Hannover Leasing Investoren für das Gebäude. Die Mindestzeichensumme betrag damals 10.000€ zuzüglich 5% Agio und mit einer Mindestlaufzeit von zehn Jahren, also bis 2023. Die Fondsgesellschaft erhob dadurch die Hälfte der Investitionssumme von 62,5 Millionen. Die restlichen 30 Millionen, also 50%, wurden durch einen Darlehnsvertrag fremdfinanziert.

Von Banken und Vermittlern wurde der Fonds trotz der hohen Fremdfinanzierung Anlegern häufig als sichere Investition mit hohen Renditen und geringem Risiko beworben. Bei einem festen Mietvertrag von 10 Jahren und einer jährlichen Miete von 3,5 Millionen Euro, versprachen Vermittler langfristige Mieteinnahmen des Objekts, ein hohes Investmentranking und Renditeerwartungen von 5,3%.

Über das Investmentrisiko, mit dem diese optimistischen Gewinnchancen verbunden sind, wurden viele Anleger von ihren Bankberatern nicht aufgeklärt. Denn durch die Investition in einen geschlossenen Immobilienfonds wird der Anleger zum Gesellschafter. Das hat zur Folge, dass die Anleger nicht nur an dem Erfolg der Objekte teilhaben, sondern auf die Risiken und Verluste mittragen.

Das bekommen die Anleger des Immobilienfonds „Substanzwerte Deutschland 7“ jetzt auch zu spüren. Im vergangenen August 2015 hat Imtech Insolvenz am Landesgericht Hamburg beantragt. Das Verfahren wurde im November eröffnet. Die anfängliche Hoffnung, dass der Mutterkonzern Royal Imtech N.V. die Tochterfirma finanziell unterstützen würde, wurde enttäuscht als dieser, auf den Insolvenzantrag des Imtech Deutschland hin, Gläubigerschutz in Rotterdam beantragte. Im Oktober 2015 wurde angekündigt, dass die Imtech von einer Tochtergesellschaft der Gustav Zech Stiftung gekauft werden soll, was einen Großteil der Arbeitsplätze rettet und eventuell auch die Aussichten für den „Substanzwerte Deutschland 7“ Immobilienfonds bessert.

Trotz allem ist die finanzielle Situation des Fonds und damit auch die der Anleger kritisch. Imtechs angekündigte Insolvenz führt zum Ausfall von Mieten, welche allerdings benötigt werden um die Darlehnsraten des Bankkredits abzubezahlen. Eine Kündigung des Imtech Deutschland ist zudem wegen der gesetzlichen Kündigungssperre, die durch den Insolvenzantrag ausgelöst wurde, nicht möglich, was die Suche nach einem neuen Mieter erheblich erschwert. In einem worst-case Scenario kann die Bank nun das Darlehn kündigen, was zu einer sofortigen Rückzahlung der Darlehnssumme führen würde. Diese Summe muss von den Anlegern gedeckt werden, da diese als Mitunternehmer auch die Verantwortung für solche Verluste tragen.

Für Anleger bedeutet dies Verluste, die bis zu einem Totalverlust der Einlage reichen können. Um einen Totalverlust zu vermeiden, könne Anleger Schadensersatzansprüche wegen fehlender oder mangelhafter Anlageberatung einfordern. Es ist rechtlich vorgeschrieben, dass der Bankberater oder Vermittler der Anlage im Zuge einer Beratung auf alle relevanten Punkte eingeht, die den Anleger in seiner Investitionsentscheidung beeinflussen können. Dabei sind natürlich die Risiken des Fonds besonders wichtig. Die Gelder für den Immobilienfonds wurden zur Hälfte von Anlegern und zur anderen Hälfte von einem Bankdarlehn bezogen, somit ist der Fonds zu 50% fremdfinanziert, was das Risiko eines Totalverlustes der Anlegereinlage deutlich erhöht.

HL Leasing: Schadenersatz möglich

Zudem muss die beratende Bank oder der freie Vermittler die Rückvergütungen offenlegen, die durch die Vermittlung der Anlage erhält. Diese sogenannten „Kick-Back-Zahlungen“ bemessen das Eigeninteresse der Bank am Anlageabschluss der Kunden. Laut des BGH muss der Anleger über dieses Eigeninteresse aufgeklärt sein, um die Vor- und Nachteile seiner Investition bemessen zu können. Diese Kick-Back-Zahlung wird häufig ebenfalls bei einem Beratungsgespräch nicht erwähnt, was wiederum Schadensersatz für den Anleger berechtigt.

Letztlich ist die Hannover Leasing eine GmbH und Co KG, was zur Folge hat, dass im Fall einer Insolvenz die sogenannte Nachschusspflicht in Kraft tritt, das heißt, dass die in der Vergangenheit ausgezahlten Renditen wieder eingefordert werden können.

Über all diese Risiken ist der Bankberater gerichtlich verpflichtet die Anleger aufzuklären. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, kann der Anleger Schadensersatz einfordern.

Betroffenen Anlegern bietet baum, reiter & collegen eine umfassende Rechtsberatung bezogen auf den konkreten Einzelfall. Die Kanzlei baum, reiter & collegen kann dabei auf höchste Kompetenz und langjährige Erfahrung bei der Verteidigung von Anlegerinteressen zurückgreifen.

Für Rückfragen steht Ihnen unsere Kanzlei baum ,reiter & collegen gerne unter 0211 83680570 oder kanzlei@baum-reiter.de zur Verfügung.