ERNEUERBARE ENERGIE VERSORGUNG AKTIENGESELLSCHAFT (EEV AG)

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Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft – Genussrechte-Anlegern der EEV AG droht Totalverlust der Einlagen

Medienberichten zufolge geriet die 2012 gegründete Erneuerbare Energie Versorgung AG (EEV AG) in wirtschaftliche Schieflage. Die EEV AG soll ihre Kapitalanleger bereits im Juni 2015 über finanzielle Probleme informiert haben.

Das Göttinger Energieunternehmen lockte potenzielle Kapitalanleger einst mit Investitionen in eine „professionelle Planung und Umsetzung von Offshore-Windenergie-Projekten und die Nutzung von Biomasse“. Dabei sollte durch Anlegergelder ein bestehendes Biomassenheizkraftwerk in Papenburg erworben sowie ein geplanter Offshore-Windpark in der Nordsee finanziert werden.

EEV AG: Hohe Renditen-Versprechen

Avisiert wurde der Erwerb der beiden Investitionsobjekte für ursprünglich insgesamt rd. 26,5 Mio. EUR. Zur Finanzierung sollten Gelder durch Emissionen von Genussrechten und Nachrangdarlehen herangezogen werden, sodass der investierte Gesamtbetrag bis zum Jahr 2013 getilgt gewesen wäre. Den Anlegern versprach die EEV AG dabei ungewöhnlich hohe Renditen: bei den Genussrechten Gewinne bis zu 9 %, bei den Nachrangdarlehen bis zu 6,5%. Von den insgesamt 2.400 Anlegern sind ca. ein Drittel Genussrechtsinhaber, die restlichen zwei Drittel Nachrangdarlehensinhaber.

Zwangsversteigerung des Biomassenheizkraftwerkes

Im Folgenden stellten sich offenbar wirtschaftliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung der angepriesenen Investitionen ein. Neben zunächst hohen Reparaturkosten und mangelnder Rentabilität des erworbenen Biomassenheizkraftwerkes ordnete das Amtsgericht Papenburg laut Medieninformationen bereits im Mai dieses Jahres die Zwangsversteigerung des Biomasseheizkraftwerkes an.

Fehlende Genehmigung des Offshore-Windparks Skua

Des Weiteren soll es erhebliche Probleme bei der Realisierung des Offshore-Projekts Skua geben. Der noch in der Planung befindliche Offshore-Windpark in der Nordsee werde entsprechend den Angaben der EEV AG nach Fertigstellung mit insgesamt 80 Windkraftanlagen rd. 400 MW ‚grünen‘ Strom liefern. Erforderliche Genehmigungen wurden jedoch bis auf Weiteres noch nicht erteilt, da das Bundesministerium für Verteidigung das Planungsgebiet für Übungsmanöver der Marine und Luftwaffe für sich reklamiert. Eine abschließende Genehmigungserteilung durch den Bund und die damit zusammenhängende Freigabe des Planungsgebietes für die wirtschaftliche Nutzung ist zurzeit nicht absehbar. Die Realisierbarkeit dürfte auch deshalb zu bezweifeln sein, da laut Medieninformationen die EEV AG selbst diese Genehmigung bereits im Jahr 2013 ausgeschlossen hatte.

In diesem Zusammenhang dürfte fraglich sein, warum dennoch Anlegergelder in Höhe von 21 Mio. EUR gesammelt und explizit dieses Offshore-Projekt beworben wurden. Auf der Interseite hält die EEV AG dennoch weiter an der Verwirklichung fest: „Dieser Windpark mit dem Projektnamen Skua befindet sich bereits seit 2008 in konkreter Planung und im Genehmigungsverfahren.“

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig

Im September 2015 leitete die zuständige Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Ermittlungsverfahren gegen leitende Mitarbeiter der EEV AG ein. Diese stünden nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) im Zusammenhang mit dem Geschäftsbetrieb: u. a. „wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug“. Eine Anklage sei jedoch noch nicht erhoben worden. Nähere Informationen zum Ermittlungsverfahren dürften in den nächsten Wochen zu erwarten sein.


FAQ (FREQUENTLY ASKED QUESTIONS) ZU ERNEUERBARE ENERGIE VERSORGUNG AKTIENGESELLSCHAFT (EEV AG)

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