Diesel Nachrüstung


Diesel Nachrüstung – welche Systeme dahinterstecken und für wen es sich lohnt

Der Abgasskandal rund um Volkswagen und andere Hersteller liegt mittlerweile einige Zeit zurück, für betroffene Autobesitzer eines VW, BMW, Mercedes, Audi oder Porsche ist er aber präsenter denn je. Ein Blick aus dem Fenster auf den Wagen mit Schummel-Software am Parkplatz genügt und der Unmut steigt.

> Abgasskandal Rechtsanwalt

Immerhin hat man viel Geld in den Neuwagen investiert. Das tat man in dem Glauben, ein modernes Auto mit einem umweltfreundlichen System zu kaufen, welches der Euro Abgasnorm entspricht. Solide Wertarbeit, nachhaltige Leistung, wenig Verbrauch und nicht zuletzt ein niedriger Schadstoffausstoß nach Euro Abgasnorm waren für den Kauf ausschlaggebend.

Viele Autokäufer mussten im Zuge des Abgasskandals feststellen, dass ihr Neuwagen nicht die versprochenen Eigenschaften aufweist, vor allem nicht die Euro Abgasnorm erfüllt. Anstatt einer Hardware, die einen niedrigen Verbrauch und das Erreichen der Euro Abgasnorm garantiert, kaufte man für einen hohen Euro Betrag eine Mogelpackung. Doch wie wird man einen Wagen los, den keiner mehr haben will?




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Software oder Hardware Update – aber geht das, ein System einfach upzudaten?

Im Fall von VW ist es eine manipulierte Software, die im Testbetrieb die sagenhaften Abgaswerte nur vorspielt. Die Software erkennt, dass sich der Wagen auf einem Teststand befindet und schaltet den Motor in den Testmodus. Dadurch wird die Motorsteuerung verändert und der Schadstoffausstoß reduziert. So erfüllt der Wagen bzw. der Motor die Euro Abgasnorm. Zurück auf der Straße schaltet die Software den Motor wieder in den Normalmodus. 

Die Folge ist, dass wieder mehr Schadstoffe an die Luft abgegeben werden und der Wagen nun nicht mehr die Euro Abgasnorm erfüllt. Von einem umweltfreundlichen System ist also keine Spur. Doch es kommt noch schlimmer. Denn viele Fahrzeugbesitzer sind aus diesem Grund vom Fahrverbot in deutschen Städten betroffen. Ein äußerst unbefriedigender Zustand. Denn der neue Wagen wird in der Regel benötigt, vor allem zur Ausübung des Berufs. Somit muss eine Lösung gefunden werden und zwar eine brauchbare.

Hersteller wie zum Beispiel VW bieten ein Software-Update an. Damit soll das Problem nach Aussage der Unternehmensleitung behoben werden. Doch in Wahrheit wird nur eine neue Software aufgespielt. Das System wird sozusagen legalisiert, da die neue Software nicht mehr schummelt. An der Hardware wird jedoch nichts verändert, das Hardware System bleibt somit dasselbe. Es stellt sich die Frage, ob das Software-Update den gewünschten Erfolg bringt. Besser wäre es, wenn das gesamte System ein Update erhält, also auch die Hardware und nicht nur die Software. Eine Möglichkeit ist der nachträgliche Einbau eines SCR-Katalysators (Selektive katalytische Reduktion). 

Ob sich Systeme so einfach umrüsten lassen, ist eine andere Frage. Außerdem stellt sich die Frage nach den Kosten und wer sie trägt. Damit stellt sich unweigerlich auch die Frage, ob es nicht besser wäre, Hersteller oder Händler zu verklagen, um auf diesem Wege das Fahrzeug zurückzugeben.


Welche Fahrzeuge sind vom VW Abgasskandal betroffen?


Ein kurzer Überblick über die Optionen

Besitzern betroffener Autos bieten sich verschiedene Optionen an. Im Grunde genommen kann man seine Möglichkeiten in zwei Gruppen unterteilen. Eine Lösung besteht darin, dass man den Wagen behält und das System oder die Hardware aufrüsten lässt. Die andere Lösung besteht darin, dass man versucht, den Wagen an den Hersteller zurückzugeben und auf diese Weise das Problem loszuwerden. 

Soll das System oder die Hardware aufgerüstet werden, bieten sich verschieden Lösungsansätze an. In Betracht kommt ein Software-Update oder eine Hardware-Nachrüstung mittels SCR-Katalysator.  Auch bei der Rückgabe des Autos an den Hersteller gibt es verschiedene Ansätze. So kann eine Rückgabe des Fahrzeugs per Schadensersatzklage gegenüber dem Hersteller oder – soweit das Fahrzeug finanziert wurde – per Klage auf Widerruf des Kreditvertrags gegenüber der Bank erfolgen.


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Die Diesel Nachrüstung – das ist alles andere als einfach

Wie bereits angedeutet, stellen sich bei der Diesel Nachrüstung eine Reihe von Problemen. Diese betreffen kurz zusammengefast die technischen Möglichkeiten der Autos und Hersteller und auf der anderen Seite die Kostenfrage. Bei den Kosten kann man danach fragen, ob man einen Anspruch auf Nachrüstungen gegenüber VW und den anderen Herstellern hat oder ob man die Kosten selbst tragen muss.


 

Was genau ist eine Diesel Nachrüstung?

Hersteller wie VW, Mercedes, BMW, Porsche und Audi sind im Abgasskandal gefordert. Vor allem müssen Sie ihren Kunden Lösungen anbieten. Hier geht es um mehr als nur Wiedergutmachung, auch der Ruf der deutschen Autoindustrie muss wiederhergestellt und das Vertrauen zurückgewonnen werden. 

Bei der Diesel Nachrüstung dreht sich alles um die Frage, ob eine nachträgliche Hardware-Nachrüstung möglich ist, um die Euro Abgasnorm nachträglich erfüllen zu können. Bei einer Hardware-Nachrüstung muss das System des Autos mit neuen Bauteilen nachgerüstet werden. Vielen erscheint eine Hardware-Nachrüstung sinnvoller als ein Software Update. Doch warum ist das so?


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Was passiert beim Software Update, wie es VW anbietet?

Der Abgasskandal bei Volkswagen wurde durch die bekannte Schummel Software verursacht. Wie eingangs bereits erwähnt, erkennt diese Software, ob sich der Wagen im Testmodus befindet. Ist das der Fall, wird der Motor in den Testmodus geschaltet, bei dem weniger Schadstoffe produziert und dadurch die Euro Abgasnorm erfüllt wird. Im Normalbetrieb im Straßenverkehr schaltet die Software den Motor wieder in den Normalmodus. In diesem gibt der Wagen wieder mehr Schadstoffe an die Umwelt ab. 

Die Schummel-Funktion ist in der Software untergebracht, die für die Motorsteuerung verantwortlich ist. Eine Motorsteuerung ist in modernen Autos üblich und stellt daher nichts Ungewöhnliches oder Verbotenes dar. Verboten ist nur, dass die Schummel Software von VW im Testbetrieb die niedrigen Abgaswerte nur vortäuscht. Hier liegt der Vorwurf der Täuschung und Schummelei. Gerichte sprechen auch von Betrug. VW bietet den Käufern und Besitzern betroffener Fahrzeuge ein Software Update an. Mit dem Software Update wird eine Motorsteuerungssoftware aufgespielt, die frei von Manipulationen ist. Doch viele Käufer und Ingenieure haben gegen diese Lösung begründete Bedenken. 

Nachrüstungen auf Basis der Software ohne Änderungen an der Hardware führen nach Meinung vieler Experten nicht zu den gewünschten Ergebnissen. Denn ohne an der Hardware Veränderungen vorzunehmen, kann an dem System keine echte Diesel Nachrüstung vorgenommen werden. Wird nur ein Software Update vorgenommen, dann kann es nur auf Kosten der Motorleistung vorgenommen werden. Denn warum sonst haben die Fahrzeughersteller damals den Weg der Abgasmanipulation gewählt? 

Eine solche einfache Software-Lösung kann sich auf das ganze System des Fahrzeugs negativ auswirken. Von Autos, bei denen bereits das Software Update vorgenommen wurde, sind solche negativen Auswirkungen auf die Fahrzeugfunktionen bekannt. Bei manchen Fahrzeugen ist zum Beispiel die Klimaanlage ausgefallen und bei anderen der Treibstoffverbrauch gestiegen. Die Systeme moderner Fahrzeuge sind offenbar durch eine nachträgliche Diesel Nachrüstung leicht zu stören.


Ist für meinen Diesel die Hardware Nachrüstung besser?

Damit der Motor auch mit einer korrekt arbeitenden Steuerungssoftware problemlos funktioniert, reicht bei einem Diesel eine Software Nachrüstung alleine nicht aus. Auch technische Bauteile sind nötig, um das gesamte System ordnungsgemäß zum Laufen zu bringen. Denn Systeme in einem Auto sind zu komplex, als dass man mit ein paar Kunstgriffen an einer Stelle alles korrigieren könnte. Hier drängt sich aber für Ingenieure und Verbraucher von VW und andere Hersteller die Frage auf, warum die Hersteller nicht gleich die nötigen Komponenten eingebaut und somit alle Abgasreinigungsprobleme von Anfang an gelöst haben.


 

So sieht eine Diesel Nachrüstung aus?

Stein des Anstoßes im Abgasskandal war ursprünglich die Steuerungssoftware, die bei VW als Schummel Software bekannt wurde. Konkret geht es um das System, das die Abgase reinigt. Allerdings beginnen gleich hier die Probleme. Denn es gibt im Abgasskandal verschiedene Systeme für eine Abgasreinigung. Ein einzelnes Bauteil, das als Nachrüstung die Probleme der Systeme aller Diesel Fahrzeuge löst, gibt es daher nicht. Daher ist es erforderlich, verschiedene Arten der Nachrüstungen zu unterscheiden. 

Die Art der Nachrüstung hängt vom Diesel-Motor ab. Beim Motor EA 189, wie er von VW verwendet wird, kam die Schummel Software zum Einsatz.  Bestimmte Modellvarianten arbeiten mit einem Stickoxid-Speicherkatalysator oder mit SCR Katalysatoren, bei denen die Abgase per Harnstoffeinspritzung (AdBlue) reduziert werden. Allerdings konnten die SCR-Katalysatoren nicht einwandfrei funktionieren, da der Harnstofftank zu klein konzipiert wurde. Die erhöhten Abgaswerte wurden dadurch erreicht, da die Software die Einspritzung der Harnstofflösung begrenzte. Dadurch wurde die Abgasreinigung nicht im nötigen Ausmaß vorgenommen, was einen erhöhten Schadstoffausstoß zur Folge hatte. Für die korrekte Abgasreinigung wäre mehr Harnstoff nötig gewesen, was allerdings einen größeren Harnstofftank voraussetzt hätte.

Betrachtet man die verschiedenen Systeme der Fahrzeuge, stellt sich die Frage, ob eine Diesel Nachrüstung denn überhaupt sinnvoll ist. Welche Nachrüstungen überhaupt möglich sind und welche sinnvoll sind, wurde in einem Gutachten festgehalten. In Auftrag gegeben wurde es vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.


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VW: Diesel Nachrüstung mit dem System der Abgasrückführung (AGR)

Die Schummel Software von VW hat im Testbetrieb die niedrigen Abgaswerte nur vorgetäuscht. Das System von VW sieht eine zweite Verbrennung der Abgase vor. Dazu werden die Abgase nach dem ersten Ausstoß für eine zweite Verbrennung in den Motor zurückgeführt. Das System ist so gestaltet, dass an der Hardware eine Veränderung nicht möglich ist. Eine Diesel Nachrüstung kann also nur über ein Software Update erfolgen. Dieses wird von VW angeboten und vom Kraftfahrt-Bundesamt sogar vorgeschrieben. Wer das Software Update nicht vornehmen lässt, muss mit dem Entzug der Betriebserlaubnis seines Fahrzeugs rechnen.

Bei bestimmten Modellen wird neben Vornahme der verpflichtenden Diesel Nachrüstung durch das Software Update auch ein Bauteil eingebaut. Dieses soll helfen, die Luftströme zu entwirbeln und letztlich das System dabei unterstützen, die Abgaswerte besser messen zu können. Dadurch soll das System besser arbeiten und geringere Abgaswerte ermöglichen. Andere Systeme zur Diesel Nachrüstung für den Typ EA 189 von VW sind derzeit nicht verfügbar. Das oben genannte Gutachten empfiehlt für den Motor vom Typ EA 189 dieses System.


 

Diesel Nachrüstung mit dem NOx-Speicherkatalysator

Bei dem NOx-Katalysator handelt es sich um einen Speicherkatalysator, der die Stickoxyde einsammelt bzw. aufnimmt, die in den Abgasen entstehen. Werden die Stickoxyde in sauerstoffreicher Atmosphäre mit Edelmetallen in Verbindung gebracht, dann reagieren sie zu Nitraten. Diese werden anschließend ausgestoßen. Der große Nachteil an diesem System liegt darin, dass es nur bei Temperaturen zwischen 250 und 500 Grad Celsius funktioniert. Der Sammelkatalysator muss daher immer wieder regeneriert werden. 

Die Regenerierung erfolgt durch eine sauerstoffreiche Verbrennung, die jedoch sehr viel Dieseltreibstoff benötigt und wiederum viel Ruß erzeugt. Das wiederum führt zu einer kürzeren Lebensdauer des Rußpartikelfilters, da er früher als vorgesehen getauscht werden muss. Damit das System optimal arbeitet, ist ein NOx-Sensor eingebaut, der die Konzentration von NOx misst. Anhand der Messergebnisse steuert die Software die Regeneration des Katalysators. Das System hat aber einen Nachteil, denn während der Regeneration werden weniger Stickoxyde eingefangen. 

Im oben genannten Gutachten wird als Diesel Nachrüstung ein größerer und somit leistungsfähigerer Katalysator empfohlen. Das gilt aber nur für den Fall, dass ein solches System bereits vorhanden ist. Auch hier stoßen die Möglichkeiten der Nachrüstungen an ihre physikalischen Grenzen.


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Nachrüstungen für andere Systeme: SCR

Die Abkürzung SCR steht für Selektive Katalytische Reduktion. Das bedeutet, dass bei dem SCR System die Abgasbehandlung mit wässriger Harnstofflösung betrieben wird. Hier begegnet man der Abkürzung AdBlue, die stellvertretend für den Begriff der Harnstofflösung verwendet wird.

Ein SCR-System wird von allen deutschen Herstellern eingesetzt. Es handelt sich um die Modellreihen Blue Performance beim Hersteller BMW, Bluemotion mit SCR oder Blue TDI beim Hersteller VW und BlueTec beim Hersteller Mercedes. Dieser Hinweis in der Modellbezeichnung bedeutet, dass alle diese Fahrzeuge bereits über SCR Systeme zur Nachbehandlung der Abgase mit wässriger Harnstofflösung verfügen. Die SCR Systeme sind aber teilweise so ausgelegt, dass ein leerer Harnstofftank vom Kunden nicht selbst nachgetankt werden kann. Zur neuerlichen Befüllung des Harnstofftanks ist ein Besuch beim Vertragshändler vorgesehen. 
Eine Tankfüllung des SCR System reicht modellabhängig durchschnittlich für 6.000 Kilometer, danach ist der Harnstofftank leer und muss neu befüllt werden. Um die Reichweite des Fahrzeugs zu erhöhen, hätte es ausgereicht, in dem Auto einen größeren Harnstofftank einzubauen. Stattdessen beschlossen die Hersteller VW, BMW und Mercedes jedoch, die Steuerungssoftware im SCR System zu manipulieren. Das bedeutet, die SCR Steuerungssoftware erkennt, ob der Wagen auf dem Prüfstand steht. Ist das der Fall, wurde die nötige Menge an Harnstofflösung eingespritzt. Im normalen Straßenverkehr jedoch nicht, weshalb im Fahrbetrieb auf der Straße die betreffenden Autos nicht die Euro Abgasnorm erfüllen. Das SCR Abgasreinigungssystem wurde so ausgelegt, dass auf Kosten der Abgaswerte eine höhere Reichweite erzielt wird.

Bei einem SCR Abgasreinigungssystem wäre die Diesel Nachrüstung grundsätzlich einfach, sowohl was die Bauteile als auch die Umsetzung betrifft. Es wird  soweit möglich der eingebaute Harnstofftank entfernt und durch einen größeren ersetzt. Nachrüstungen, bei denen das System durch das Austauschen eines Bauteils nachträglich korrigiert werden kann, sind in der Regel einfach und vor allem kostengünstig. Auch das Gutachten sieht die SCR Systeme bei den Nachrüstungen klar im Vorteil. Im Gutachten wird auch darauf hingewiesen, dass die Nachrüstungen der SCR Systeme deshalb einfach sind, weil die nötigen Ersatzteile teilweise beim Hersteller bereits in den Regalen liegen. Es ist auch möglich, durch die Diesel Nachrüstung die SCR Systeme so zu gestalten, dass die Harnstofflösung vorgewärmt wird. In vorgewärmten Zustand erreicht das SCR Verfahren auch bei niedrigen Betriebstemperaturen bei der Abgasreinigung einen höheren Wirkungsgrad und arbeitet somit effektiver.


 

Diesel Nachrüstung und Software Update von VW – was ist der Unterschied?

Die beiden Arten der Nachrüstungen unterscheiden sich in einem einfachen Punkt. Bei der Diesel Nachrüstung mittels Software Update wird nur das System der Motorsteuerung korrigiert. Nachrüstungen im Sinne neuer technischer Bauteile finden hier nicht statt. Werden Hardware und Software einer Diesel Nachrüstung unterzogen, so werden technische Bauteile getauscht oder ergänzt und die Software der Motorsteuerung angepasst. Bei dieser umfassenden Diesel Nachrüstung muss der TÜV anschließend prüfen, ob das Fahrzeug nunmehr die gesetzlichen Bestimmungen der Euro Abgasnorm erfüllt.

Eine umfassende Diesel Nachrüstung mit Hardware und Software bietet somit die Möglichkeit, die Emissionen gemäß der Euro Abgasnorm zu reduzieren. In einem solchen Fall sind Besitzer betroffener Fahrzeuge häufig nicht von den Fahrverboten in deutschen Städten und Umweltzonen betroffen. Nachrüstungen wirken sich auch auf den Werterhalt des Fahrzeuges positiv aus.

Der Wertverlust der vom Abgasskandal betroffenen Autos ist teilweise enorm. Vollständige Nachrüstungen, also mit Hardware und Software Update, wirken dem entgegen. Wie hoch ein Wertverlust ausfällt, kann nicht genau bestimmt werden. Hier hängt es davon ab, wie teuer die Diesel Nachrüstung ist und wie effektiv sie arbeitet. Wichtig ist, dass Nachrüstungen im Fahrzeugbrief eingetragen werden. Damit können Autofahrer bei einer Verkehrskontrolle nachweisen, dass das Abgas System mit einer umfassenden SCR Diesel Nachrüstung aufgewertet wurde. Nur so kann man einem Diesel Fahrverbot entgegenwirken und beim Verkauf des Fahrzeugs einen höheren Verkaufswert erzielen.

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Wer muss sich über eine Diesel Nachrüstung Gedanken machen? Hier ist eine Liste betroffener Fahrzeuge

Zuerst traf der Abgasskandal nur Fahrer von Fahrzeugen aus dem VW-Konzern. Allerding sind heute auch Kunden anderer Hersteller betroffen, selbst wenn diese Manipulationen bei der Abgasreinigung noch nicht eingestanden haben. Betroffen sind Autobesitzer folgender Hersteller:

VW: Hier trifft es Autos mit folgenden Motoren des Typs EA189: 

1.2 Liter Diesel Motor 
1.6 Liter Diesel Motor 
2.0 Liter Diesel Motor 

Der Abgasskandal trifft auch Modelle von VW, die mit folgenden Motoren des Herstellers Audi ausgestattet sind: 

3.0 Liter V6 TDI und
4.2 Liter V8 TDI

Beide Motoren wurden auch bei Modellen der Hersteller Audi und Porsche eingebaut.

Bei VW sind folgende Modelle der Baujahre 2009 bis 2014 betroffen: 

VW Beetle
VW Golf
VW Golf Plus
VW Jetta
VW Passat
VW Polo
VW Scirocco
VW Sharan
VW Tiguan
VW Amarok
VW Caddy
VW Touareg

Eines der genannten Fahrzeuge zu besitzen bedeutet nicht zwangsläufig, vom Abgasskandal betroffen zu sein. Bevor man über eine Diesel Nachrüstung mit einem Hardware Update nachdenkt, sollte man sich vergewissern, ob der Wagen mit einer Schummel Software ausgestattet ist. Informationen dazu bietet die VW Zentrale. Mit der Fahrzeug Identifikationsnummer (FIN) können Autobesitzer online prüfen, ob ihr Wagen betroffen ist. 

Die FIN finden Autobesitzer an verschiedenen Stellen ihres Autos. Sie ist leicht an ihren 17 Stellen erkennbar, die aus einer Kombination aus Zahlen und Buchstaben besteht. Die FIN ist zum Beispiel im Motorraum angebracht, im Einstiegsbereich der Fahrerseite und im Kofferraum. Auch in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 und 2 ist sie vermerkt. 

Audi: Beim Hersteller aus Ingolstadt sind folgende Modelle betroffen:

Audi A1 
Audi A3 
Audi A4 
Audi A5 
Audi A6 
Audi A7 
Audi A8 
Audi Q3 
Audi Q5 
Audi Q7
Audi TT 

Skoda: Wer vom tschechischen Hersteller Skoda eines der folgenden Modelle fährt, sollte eine mögliche Betroffenheit im Abgasskandal prüfen.

Skoda Fabia
Skoda Octavia
Skoda Rapid
Skoda Roomster
Skoda Superb II
Skoda Yeti

Seat: Auch der spanische Hersteller ist mit folgenden Modellen vom Abgasskandal betroffen:

Seat Alhambra
Seat Altea
Seat Exeo
Seat Leon
Seat Toledo 

Porsche: Den deutschen Hersteller schneller Autos hat es ebenfalls getroffen. Eine mögliche Verwicklung im Abgasskandal betrifft folgende Modelle:

Porsche Macan
Porsche Cayenne 
Porsche Panamera

Mercedes: Die Modelle mit folgenden Motoren können vom Abgasskandal betroffen sein: 

Motor OM 642: V6 Turbodiesel mit 3 Liter Hubraum 
Motor OM 651: Vierzylinder Turbodiesel mit entweder 1,8oder 2,1 Liter Hubraum
Motor OM 622: Der Motor ist im Mercedes Vito eingebaut und wird derzeit staatsanwaltschaftlich untersucht.
Motor OM 626: Schwesternmotor des OM 622

Der Kreis betroffener Fahrzeuge lässt sich auch nach Modellreihen eingrenzen. Wer eines der folgenden Modelle besitzt, sollte Kontakt mit dem Hersteller aufnehmen und prüfen, ob eine mögliche Betroffenheit im Abgasskandal gegeben ist. Es geht um die Modelle:

Mercedes Vito: Betroffen sind die Modelle mit den Motorentypen OM 622 und OM 651 mit 1,6 und 2,2 Liter Diesel-Motor, (Baujahre 06/2015 bzw. 09/2014 bis 09/2016)
Mercedes C-Klasse: C 180 d, C200 d, C 180 BlueTEC, C200 Blue TEC (Baujahre 08/2014 bis 05/20189, C 220 d, C 250 d, C 220 BlueTEC, C 250 BlueTEC (Baujahre 12/2013 bis 05/2018)
Mercedes E-Klasse: E 350 Blue TEC, E 350 d (Coupé, C 207 Baujahre 02/2013 bis 12/2016)
Mercedes GLC-Klasse: GLC 220 d und 250 d (Baujahre 06/2015 bis 06/2018)
Mercedes ML-Klasse: ML 250 BlueTEC, 
Mercedes GLE-Klasse GLE 250 d (Baujahre 11/2011 bis 06/2015)
Mercedes G-Klasse: G 350 d (Baujahre 09/2015 bis 12/2015)

 

Wie verhält man sich, wenn sich der Verdacht bestätigt?

Wer den Verdacht hat, dass sein Wagen vom Abgasskandal betroffen ist, sollte wie folgt vorgehen. Nehmen Sie entweder Kontakt mit dem Hersteller auf oder prüfen Sie eine mögliche Betroffenheit anhand der FIN im Internet. Verläuft die Prüfung positiv, sollten Sie sich von einem Rechtsanwalt über die weitere Vorgehensweise beraten lassen. 

Neben einer möglichen Diesel Nachrüstung sind auch rechtliche Schritte denkbar. Diese zielen darauf ab, den Wagen zurückzugeben und dafür den Kaufpreis erstattet zu bekommen. Dazu stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

Schadenersatz
Widerruf der Fahrzeugfinanzierung


Es gilt, keine Zeit zu verlieren

Hat sich der Verdacht bestätigt und ist das eigene Auto nachweislich vom Abgasskandal betroffen, sollte man keine Zeit verlieren und sich von seinem Anwalt beraten lassen. Wer keinen Rechtsvertreter hat, sollte sich nach einem umsehen und diesem die Angelegenheit anvertrauen. Denn eine mögliche Klage gegen den Hersteller braucht eine sorgfältige Vorbereitung. Zudem muss auch geprüft werden, welche Alternative die bessere ist: Klage auf Rückgabe des Wagens und Rückerstattung des Kaufpreises oder schlicht eine Diesel Nachrüstung.


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Diesel Nachrüstung – wann kommt das in Frage?

Über Systeme zur Nachrüstung von Hardware und Software lohnt es sich nur dann nachzudenken, wenn die Diesel Nachrüstung nur ein paar hundert Euro kostet. Belaufen sich die Kosten der Diesel Nachrüstung aber auf ein paar tausend Euro, dann muss genau kalkuliert werden, ob sich die Diesel Nachrüstung rechnet. 

Dabei muss das Alter des Autos, die gefahrenen Kilometer und die Jahre, die das Auto noch genutzt werden soll, berücksichtigt werden.
Eine Umrüstung der Systeme der Abgasreinigung kann in manchen Fällen auch mit hohem Kapitaleinsatz nicht realisiert werden. In solchen Fällen ist die Diesel Nachrüstung keine brauchbare Option. Ist das der Fall, sollte man mit einem Rechtsanwalt die Alternativen Schadensersatz und Widerruf vom Darlehensvertrag näher erörtern.


 

Warum eine Klage gegen den Hersteller einer Diesel Nachrüstung vorzuziehen ist

Eine Diesel Nachrüstung mit einem SCR System ist laut dem Gutachten die einzige aller Nachrüstungen, die technisch realisierbar ist und bei der die anfallenden Kosten in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis stehen. Allerdings ist eine Diesel Nachrüstung mit dem SCR System nicht in allen Fällen möglich. In manchen Fällen fehlt im betreffenden Fahrzeug schlicht der nötige Platz, um die Komponenten des SCR Systems einzubauen. Ein anderes Problem liegt darin, dass es noch keine fertigen SCR Systeme im Handel gibt. Nachrüstungen mit einem SCR Abgasreinigungssystem sind daher nicht nur ein technisches, sondern wegen der nötigen Genehmigungen auch ein juristisches Problem.
Die nachträgliche Genehmigung des Fahrzeugs, welches mit der SCR Abgasreinigung versehen wurde, ist aus Gründen der Verkehrssicherheit nötig und geboten. Dazu muss eine Prüfung des Fahrzeugs vorgenommen werden. Bei dieser wird sichergestellt, dass das Kfz auch nach der Diesel Nachrüstung mit dem SCR System die Anforderungen der Verkehrssicherheit erfüllt. Allerdings müssen hier auch langfristige Auswirkungen untersucht werden, weshalb das Verfahren zeitlich aufwendig ist. 

Ob die Diesel Nachrüstung mit dem SCR System den gewünschten Erfolg erbringt, muss separat geprüft werden. Der TÜV erstellt dazu ein Gutachten, mit dem der Autobesitzer bei der zuständigen Behörde einen Eintrag im Fahrzeugbrief veranlassen kann.
Haben Autobesitzer ein Recht auf eine Diesel Nachrüstung?

Verbraucher, die einen Diesel fahren, haben gegenüber dem Hersteller keinen Anspruch auf einen kostenfreien Einbau einer Hardware-Nachrüstung.

Daher erfolgt die Diesel Nachrüstung vorerst nur mit einem Software Update ohne Installation der wichtigen Hardware. Das KBA vertritt dabei die Ansicht, dass durch das Software Update der Wagen in den Zustand versetzt wird, in dem er die Euro Abgasnorm erfüllt. Für das KBA ist damit die rechtliche Pflicht der Hersteller und Händler erfüllt.

Händler und Hersteller sind nicht gezwungen, eine über das Software Update weiterführende Diesel Nachrüstung vorzunehmen. Das gilt auch für den Fall, dass ein Hardware Update sinnvoll wäre. Für Autobesitzer ist das Software Update verpflichtend, da ansonsten der Entzug der Betriebserlaubnis droht. 

Wie bereits erwähnt, führte das Software Update in einigen Fällen zu Schäden am Fahrzeug. Hier kann somit nicht von einer Diesel Nachrüstung im Interesse der Kunden die Rede sein. Betroffene Autofahrer sollten sich daher zeitnah von ihrem Rechtsanwalt beraten lassen um lösungsorientierte Schritte abzuwägen.

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