Erneut Schadensersatzzahlungen bestätigt

LG Gießen hält VW verantwortlich für vorsätzliche sittenwidrige Schädigung

Zum wiederholten Male hat ein Gericht die Volkswagen AG zu Schadensersatz verurteilt. Der Kläger erwarb im Juli 2015 einen gebrauchten Audi A6 Avant 2.0 TDI. Im Nachhinein stellte er fest, dass in seinem Fahrzeug ein vom Diesel-Abgasskandal betroffener Motor eingebaut ist. Nun forderte der Kläger von VW die Rückerstattung des Kaufpreises. Das Landgericht Gießen gab ihm Recht und verurteilte VW aufgrund von vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung.

Der Kläger machte vor Gericht deutlich, dass er das besagte Fahrzeug nicht erworben hätte, wäre ihm zuvor bekannt gewesen, dass es sich um ein manipuliertes Fahrzeug handelt. An dem von VW angebotenen Rückrufprogramm zur Softwareinstallation hatte der Kläger kein Interesse, da er schlicht besorgt war, dass der Mangel so nicht behoben wird und sich insbesondere der Verbrauch des Fahrzeugs erhöht. Aus Sicht des Klägers stellte das Handeln der Volkswagen AG eine vorsätzlich sittenwidrige Schädigung dar, die mit einem erheblichen Wertverlust des erworbenen Fahrzeuges einhergeht.

Obwohl VW erklärte, von der Entwicklung einer Software zur Manipulation der Abgaswerte nichts gewusst zu haben, verurteilte das Landgericht Gießen die Volkswagen AG zu Schadensersatz in Höhe des Kaufpreises (abzgl. Nutzungsersatz) sowie auf Zahlung von Zinsen Zug-um-Zug gegen die Rückgabe des manipulierten Fahrzeugs. Denn das Gericht war überzeugt davon, dass VW lediglich „aus Gewinnstreben millionenfach Fahrzeuge hergestellt und vertrieben hat, für die eine Typengenehmigung nur durch Täuschung erlangt worden war.“ Zusätzlich erklärte das Gericht das Handeln der Volkswagen AG als unredlich und sittenwidrig, da die Volkswagen AG „ihre Produkte mit der Anpreisung besonderer Umweltfreundlichkeit“ bewerbe. Somit besteht kein Zweifel an einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung durch VW.

Zurecht wurde die Volkswagen AG daher zu Schadensersatz verurteilt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

LG Ellwangen verurteilt VW zu Schadensersatz

VW muss von der manipulierten Motorsteuerungssoftware gewusst haben

Die Klagen gegen VW nehmen kein Ende. Diesmal wurde die Volkswagen AG vom Landgericht Ellwangen zu Schadensersatz verurteilt. Der Kläger hat im Februar 2014 einen gebrauchten VW Touran 1,6 TDI erworben. Aufgrund einer illegalen Abschalteinrichtung wurde das Fahrzeug nach Anordnung des Kraftfahrtbundesamt (KBA) zurückgerufen. Der Kläger forderte in der Folge zurecht Schadensersatz.

Der Kläger legte beim Kauf großen Wert auf die Umweltfreundlichkeit des erworbenen Fahrzeugs. Bei Kenntnis über den manipulierten Motor hätte er sich gegen einen Kauf entschieden. Mit dem von VW verschwiegenen schwerwiegenden Eingriff in die Motorsteuerung wurde der Kläger arglistig getäuscht. Das von VW angebotene Softwareupdate stellt nicht sicher, dass sich Leistung, Verbrauch, Schadstoffklasse etc. nicht verschlechtern und den Wert des Fahrzeuges weiter mindern. Daher forderte der Kläger von der Volkswagen AG Schadensersatz.

Obwohl VW dem Gericht erklärte, dass es sich aus Sicht des Konzerns nicht um eine unzulässige Abschalteinrichtung handele und die Anordnung einer kostenlosen Überarbeitung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) nicht als Beweis für den Verbau einer solchen Einrichtung angesehen werden könne, gab das Landesgericht Ellwangen dem Kläger Recht. Das Gericht geht davon aus, dass im Konzern „organisatorische Maßnahmen in der Weise getroffen wurden, dass Berichtspflichten gegenüber dem Vorstand für alle wesentlichen Entscheidungen eingerichtet sind und deren Einhaltung durch Kontrollmaßnahmen gewährleistet ist.“ Damit sollte auch der Vorstand Kenntnis von den rechtswidrigen Handlungen gehabt haben. Somit ist dem Gericht zufolge der Tatbestand der vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung erfüllt. E verurteilte VW zur Rückerstattung des Kaufpreises abzüglich Nutzungsersatz.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Dieselpapier der Großen Koalition: Keine Entwarnung für Autokäufer.

Ergebnisse des Diesel-Gipfels dienen vor allem VW

Überaus nüchtern bewertet Julius Reiter, Partner der auf Verbraucherschutz spezialisierten Düsseldorfer Kanzler Baum Reiter & Collegen die Eckpunkte des Dieselpapiers: „Die erzielten Resultate sind dürftig. Die meisten Autohersteller sind bisher nicht mit an Bord und es ist zweifelhaft, ob sie überhaupt mitmachen werden“, meint der Jurist.

Sein Kanzleisozius, der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum, macht auf folgenden Umstand aufmerksam: „Die sogenannten Umtauschprämien ersetzen eigentlich nur die schon heute geltenden hohen Rabatte. Sie sollen die getäuschten Käufer veranlassen, ein neues Auto zu kaufen. Es gibt keinerlei Sicherheit, ob die von den Gerichten geforderten Werte durch die Umtauschaktion erreicht werden.“ Er fährt fort: „Es existieren bisher keinerlei verbindliche Zusagen der Konzerne hinsichtlich der Kostenübernahme für die Nachrüstung. In vielen Fällen ist sie technisch auch gar nicht möglich, oder es wird noch Monate dauern, bis die Vertragswerkstätten die Umrüstung durchführen können“.

Die Ergebnisse des Dieselgipfels dienen somit vor allem VW, sich über das Jahresende zu retten, an dem die Rechtsansprüche der geschädigten Autokäufer verfallen.

Gerhart Baum weist auf den beschränkten Nutzen der Musterfeststellungsklage hin: „Die ist nur bedingt eine Hilfe. Der Deutsche Juristentag hat sie soeben abgelehnt. Sie unterbricht zwar die Verjährung. Ein höchstrichterliches Urteil wird nach Einschätzung der Verbraucherverbände jedoch erst in etwa fünf Jahren erwartet. Danach muss jeder Fall zusätzlich einzeln verhandelt werden.“

Reiter rät deshalb allen Betroffenen: „Machen Sie Ihren individuellen Rechtsanspruch geltend, der Ihnen aufgrund sittenwidriger Schädigung und Betrugs beim Kauf zusteht. Und zwar noch vor dem 31. Dezember 2018! Die Rechtsprechung tendiert eindeutig zu Gunsten der Verbraucher. Die Aussichten auf Erfolg vor den deutschen Gerichten sind im Moment sehr gut. Der zugesprochene Schadenersatz bietet den geprellten Kunden einen echten Mehrwert.“

Schadensersatz für Dieselfahrer im Abgasskandal

Schadensersatz im Diesel-Abgasskandal

 

Es gibt deutschlandweit zahlreiche Gerichtsentscheidungen, die sich mit Schadensersatz für Dieselfahrer im Rahmen des Diesel-Abgasskandals beschäftigen. Das Urteil des Landgerichts Lüneburg beschäftigte sich jedoch in einer richtungsweisenden Entscheidung mit den Ansprüchen gegen Autoverkäufer.

Was ist passiert?

Vor dem Landgericht Lüneburg siegte ein Autokäufer gegen den Volkswagen-Konzern. Der Kläger kaufte bei einem Autohändler im Jahr 2011 einen Golf Plus „Trendline Blue Motion“ mit 1,6 Litern. Im Fahrzeug war ein Dieselmotor vom Typ EA189 verbaut. Dieser war mit einer Software gekoppelt, die Stickoxidwerte im Prüflaufstand optimierte. Die Steuersoftware des Motors war so programmiert, dass sich auf dem Prüfstand gute Stickoxidwerte ergaben. Im realen Fahrbetrieb wichen die Werte stark davon ab. Das Kraftfahrt-Bundesamt verpflichtete Volkswagen bereits im Jahr 2015 dazu, diese unzulässigen Abschalteinrichtungen aus allen Dieselmotoren zu entfernen. Der Kläger forderte Volkswagen im Jahr 2016 vergeblich zur Mängelbeseitigung auf. Ein Jahr später trat er vom Kaufvertrag zurück. Das Auto wurde jedoch nicht zurückgenommen. Das Landgericht Lüneburg sprach dem Kläger nun das Recht zu, vom Kaufvertrag zurückzutreten.

Schadensersatz für Dieselfahrer weiterhin möglich

Das Landgericht Lüneburg urteilte, dass das Fahrzeug mangelhaft sei. Daraus folge ein Recht zum Rücktritt vom Kaufvertrag. Das Urteil des Landgerichts Lüneburg offenbarte, dass Ansprüche (wie ein Rücktritt vom Kaufvertrag, aber auch Schadensersatzansprüche) für Dieselfahrer im VW-Abgasskandal weiterhin möglich sind. Mit einem spezialisierten Rechtsanwalt haben Sie die Möglichkeit, Fehler zu vermeiden und den Schadensersatz für Dieselfahrer gegen Automobilverkäufer oder den Hersteller Volkswagen durchzusetzen.

 

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Urteil des LG Wiesbaden im Diesel-Abgasskandal

Schadensersatz im Abgasskandal: Nun auch in Wiesbaden

Das Landgericht Wiesbaden sprach dem Käufer eines VW Golf 1,6 TDI Schadensersatz zu. Das Landgericht Wiesbaden entschied in seinem Urteil vom 20. August 2018, dass der Käufer einen Anspruch auf Rückabwicklung des Kaufvertrags hat. VW ist dazu verpflichtet, den Kaufpreis zu erstatten, darf jedoch einen Nutzungsersatz für die gefahrenen Kilometer einbehalten.

Schadensersatz im Abgasskandal

Das Landgericht Wiesbaden folgte der Argumentation des Klägers und kam zu der Überzeugung, dass Volkswagen die Manipulationssoftware bewusst verbaute und den Kläger vorsätzlich sittenwidrig täuschte. Dieser hätte das Automobil in Kenntnis der Abgasmanipulation nicht gekauft. Deshalb sei der Kaufvertrag rückabzuwickeln. Das Urteil des Landgerichts Wiesbaden setzt die Tendenz der Gerichte fort, dass Käufer von Volkswagen Automobilen ein Schadensersatz zusteht. Dies gilt auch dann, wenn der Volkswagen Konzern ein Software-Update aufspielt und der Kläger das Fahrzeug gebraucht kauft.

Schadensersatz im Abgasskandal: Was ist vorgefallen?

Der Kläger kaufte einen gebrauchten VW Gold 1,6 TDI bei einem Autohändler in Wiesbaden für 9.200 Euro. Darin war ein Motor vom Typ EA 189 verbaut. Der Kläger forderte den VW Konzern im Januar 2017 dazu auf, das Software-Update aufzuspielen. Er wollte sich nicht dem Risiko aussetzen, das Fahrzeug stilllegen zu müssen. Im Dezember 2017 erklärte er den Rücktritt vom Kaufvertrag. Zugleich forderte er Schadensersatz im Abgasskandal.

Wie urteilte das Gericht?

Das Landgericht Wiesbaden sprach dem Kläger Schadensersatz im Abgasskandal zu. Der Kläger hat Anspruch auf Schadensersatz in Höhe von 9.200 Euro. Er muss sich jedoch eine Nutzungsentschädigung in Höhe von 2.200 Euro abziehen lassen. Außerdem erhält er die Kosten für die Abgasuntersuchung erstattet. Das Urteil des Landgericht Wiesbaden offenbart wieder einmal die guten Erfolgsaussichten einer Klage gegen den Volkswagen Konzern.

 

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Urteil des LG Lüneburg im Diesel-Abgasskandal

Über 40.000 Euro Schadensersatz für Diesel-Fahrer

Das Landgericht Lüneburg verhandelte jüngst erneut einen Fall zum Diesel-Abgasskandal und sprach mehr als 40.000 Euro Schadensersatz für einen Diesel-Fahrer zu.

Was ist passiert?

Der Lüneburger Bürger ist passionierter Jäger und kaufte im August 2012 einen Audi Q5 2.0 TDI Quattro. Der Jäger verzichtete auf die Farbe Grün, die er sich eigentlich wünschte, die aber nicht verfügbar war. Der Kläger versuchte zunächst seine Ansprüche gegen den Volkswagen-Konzern außergerichtlich geltend zu machen. Danach entschloss er sich zu klagen. Das Landgericht Lüneburg gab ihm Recht und bat die Volkswagen AG zur Kasse. Es urteilte, dass die Volkswagen AG eine sittenwidrige vorsätzliche Schädigung beging. Das Landgericht Lüneburg sprach 50.000 Euro Schadensersatz für den Diesel-Fahrer zu. Der Lüneburger Jäger fuhr das Automobil jedoch bereits 41.312 Kilometer. Diesen Nutzungsvorteil musste er sich vom Schadensersatz abziehen lassen. Deshalb zog ihm das Landgericht 8.100 Euro vom Kaufpreis ab.

Schadensersatz für Diesel-Fahrer: Was ist der Hintergrund?

Der Jäger fuhr einen Audi, in dem ein Dieselmotor vom Typ EA 189 EU 5 verbaut war. Die Steuersoftware war so verbaut, dass sie erkannte, ob sich das Automobil auf einem Prüfstand befand. Dort ergaben sich Stickoxid-Werte, die positiv von denen im realen Fahrbetrieb abwichen. Das Kraftfahrt-Bundesamt verpflichtete den Volkswagen-Konzern bereits im Oktober 2015, die unzulässige Abschalteinrichtung aus allen Fahrzeugen zu entfernen. Der Jäger lehnte das von VW angebotene Update jedoch ab und bestand auf Rückzahlung des Kaufpreises. Er klagte den Kaufpreis deshalb vor Gericht ein und bekam Recht. Die Richter sahen eine sittenwidrige vorsätzliche Schädigung auf Seiten von Volkswagen als gegeben an. Die Urteilsbegründung enthielt eine umfassende Schilderung, warum der 40.000 Euro Schadensersatz für Diesel-Fahrer zu gewähren ist.

 

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Erneuter Erfolg im Abgasskandal: LG Duisburg verurteilt Volkswagen

Vor dem Landgericht Duisburg hat die Kanzlei baum reiter & collegen ein weiteres positives Urteil erstritten: Der Richter schloss sich der Argumentation des geschädigten Dieselfahrers vollumfänglich an. VW wurde zu Schadensersatz sowie Zinszahlungen verurteilt, Zug um Zug gegen die Herausgabe des Fahrzeugs.

Unser Mandant erwarb im Jahr 2012 einen gebrauchten Passat. In der Klage wurde vorgetragen, dass das Fahrzeug nicht den gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Typenzulassung für den Straßenverkehr eigentlich hätte versagt werden müssen. Das Softwareupdate von VW wurde zwar aufgespielt, der Kläger erklärte jedoch ausdrücklich, dass dies nur geschah, weil er aufgrund einer behördlichen Stilllegungsandrohung keine andere Wahl hatte. Der Kläger wollte sich auch nicht mit einem bloßen Softwareupdate begnügen, da er dem bloßen Wort von VW nicht mehr vertraut und das Update daher ablehnt.

VW behauptete vor Gericht, dass schon kein Schaden entstanden und spätestens mit dem Softwareupdate jeder angebliche Schaden sowieso entfallen sei. Laut dem Konzern habe das Fahrzeug unter Laborbedingungen die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, auf die Werte im Straßenverkehr käme es bei der Typenzulassung nicht an.

Zurecht schloss sich das Gericht den Ausführungen des Klägers an. VW habe eine verbotene Abschalteinrichtung im Fahrzeug des Klägers installiert. Diese Manipulation ist zudem unstreitig durch Mitarbeiter von VW in die betroffenen Fahrzeuge eingebaut worden.. Die verantwortlichen Personen haben nach Meinung des Gerichts ganz genau gewusst, dass es sich um verbotenes Vorgehen handelte und dass bei der Entdeckung erhebliche Nachteile für die Käufer drohen würden. Hierdurch hat VW seinen Kunden vorsätzlich Schaden zugefügt hat. Es sei, so das Gericht, äußerst abwegig, dass irgendeine Einzelperson unkontrolliert eine Softwaremanipulation in die Serienproduktion eines vielfach verwendeten Motors einschmuggeln konnte. Eine sittenwidrige Schädigung liegt zudem auf der Hand, da das Gericht der Meinung ist, VW habe aus Habsucht gehandelt: Es sei dem Unternehmen darauf angekommen, mit möglichst geringem Aufwand Gewinne zu erzielen, wofür die Kunden belogen wurden.

Zurecht kam das Gericht daher zu dem Ergebnis, das VW dem Kläger Schadensersatz schuldet.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Urteil des OLG Oldenburg im Diesel-Abgasskandal

Diesel-Abgasskandal: Vorsätzliche sittenwidrige Schädigung

Das Oberlandesgericht Oldenburg erklärt jüngst in einem Hinweisbeschluss, der kurz vor dem Gerichtstermin stattfand, dass die Verurteilung des Beklagten in der Vorinstanz zurecht erfolgt sein dürfte. Das Landgericht Osnabrück verurteilte den Konzern Volkswagen wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung eines Audi Q3-Käufers.

Diesel-Abgasskandal: Was ist passiert?

Das Landgericht Osnabrück verurteilte Volkswagen wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung. Der Konzern Volkswagen produzierte den Motor für den Audi Q3 des Klägers. Das Landgericht Osnabrück sprach ihm eine Entschädigung zu: Diese berechnete sich aus dem Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsleistung. Der Kläger war im Gegenzug zur Rückzahlung des Kaufpreises dazu verpflichtet, den Audi Q3 zurückzugeben. Das Landgericht Osnabrück stimmte im Ergebnis also einer Rückabwicklung des Kaufvertrages zu.

Diesel-Abgasskandal: Deutliche Positionierung

Das Oberlandesgericht Oldenburg bestätigte das Urteil des Landgericht Osnabrücks. Als höhere Instanz positionierte sich das Gericht sehr deutlich. Es stimmte dem deliktischen Anspruch zu und stärkte damit die Rechte des Klägers. Es gibt auch andere Oberlandesgerichte, die den Klägern bei derartigen Klagen gegen den Volkswagen-Konzern bereits Erfolgsaussichten bescheinigten. Das Oberlandesgerichts Oldenburg war jedoch sehr eindeutig und präzise. Es bestätigt die bisherige Tendenz der Gerichte in der rechtlichen Aufarbeitung des Diesel-Abgasskandal.

Umfangreiche Klagemöglichkeiten

Im Diesel-Abgasskandal stehen Geschädigten umfangreiche Klagemöglichkeiten zu. Sie können auf Rückabwicklung des Kaufvertrages, auf Minderung des Kaufpreises oder auf Schadensersatz klagen. Gegen wen sie ihre Ansprüche richten müssen, ist im Einzelfall zu entscheiden. Manchmal können sie sich auch gegen den Finanzierungsvertrag richten, über den sie den Kauf des Automobils abwickelten. Welche Vorgehensweise im Einzelfall sinnvoll ist, bestimmt sich nach einer Einzelfallprüfung durch einen Rechtsanwalt.

 

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Gericht beurteilt Manipulationssoftware als „aufwändiges System zur planmäßigen Verschleierung“: Weiteres positives Urteil des LG Freiburg im Diesel-Abgasskandal

07.09.18

Die Kanzlei baum reiter & collegen konnte vor dem Landgericht Freiburg erneut Schadensersatz gegen die Volkswagen AG erstreiten: Das Gericht verurteilte den Konzern wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zur Rückzahlung des Kaufpreises an unsere Mandantin.

Die Klägerin erwarb im Jahr 2011 einen gebrauchten VW Tiguan, der, wie sich 2015 mit Bekanntwerden des Abgasskandals herausstellte, mit einer manipulierten Software ausgestattet worden war und somit mit einem Mangel behaftet ist. In der Verhandlung zeigte sich, dass VW weiterhin die Kenntnis von der Manipulationssoftware auf Vorstandsebene bestreitet. Zudem behauptete der Konzern, durch das Softwareupdate sei der Fahrzeugzustand ordnungsgemäß wiederhergestellt worden, ohne dass hierdurch Nachteile entstanden seien.

In diesen Punkten wurde VW vom zuständigen Gericht zurecht nicht gehört. Laut diesem stellt bereits das Inverkehrbringen der manipulierten Fahrzeuge sittenwidriges Verhalten dar. Das Gericht führte aus, dass VW in großem Umfang und mit erheblichem technischen Aufwand gegen wichtige gesetzliche Umweltvorschriften verstoßen hat. Dabei wurden die vorgeschriebenen Abgaswerte zudem nicht einfach nur außer Acht gelassen, sondern es wurde ein aufwändiges  System zur planmäßigen Verschleierung gegenüber den Aufsichtsbehörden und den Kunden geschaffen.

Richtig hat das Gericht zudem erkannt, dass es der einzelne Kunde ist, der das rechtliche Risiko trägt, dass die Software als unzulässig qualifiziert und gegen den Fahrzeugbetrieb vorgegangen wird. Nach Einschätzung des Gerichts wird diese Sorge offenbar auch von VW geteilt, da der Konzern seinen Kunden schließlich mitteilt, dass den betroffenen Fahrzeugen die Stilllegung droht, wenn die Nachrüstung nicht durchgeführt wird.

Zurecht hat das LG Freiburg daher das Vorliegen einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung bejaht und die Volkswagen AG zu Schadensersatz verurteilt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

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Der Diesel-Abgasskandal

Welche rechtlichen Möglichkeiten haben Sie?

 

Der Diesel-Abgasskandal erschütterte Autokäufer auf dem gesamten Erdball. Beteiligte am Abgasskandal sind zurzeit insbesondere die beiden Automobilkonzerne Daimler und VW. In Deutschland sind ca. 2,5 Millionen Modelle von Volkswagen betroffen und seit Mitte Juni 2018 nun auch über 250.000 Modelle von Mercedes-Benz.

Sollten Sie vom Diesel-Abgasskandal betroffen sein, stehen Ihnen verschiedene Rechte zu. Sie haben die Möglichkeit, Ansprüche aus Kaufvertrag oder einen deliktischen Schadensersatzanspruch geltend zu machen. Alternativ kann ein Widerruf des Kreditvertrags in Betracht kommen, wenn Sie Ihr Automobil finanziert haben. Bei den Mangelgewährleistungsrechten gegenüber dem Händler geht es darum, dass Sie das manipulierte Diesel-Fahrzeug zurückgeben und dafür den Kaufpreis erstattet bekommen. Sie müssen sich allerdings Ihre Nutzungen abziehen lassen, also die gefahrenen Kilometer, die Sie mit dem Wagen zurückgelegt haben. Mangelgewährleistungsrecht können Sie  für Fahrzeuge geltend machen, deren Abgasverhalten nachweislich manipuliert wurde. Betroffen sind Fahrzeuge der Marken Porsche, Seat, Audi, VW, Daimler und Skoda. Neben Volkswagen und Daimler musste auch das Unternehmen BMW jüngst eingestehen, dass es Fahrzeuge manipulierte.

Rechtsanwälte: Feine Unterscheide im Vorgehen

Wenn Sie kaufrechtliche Ansprüche geltend machen, richten sie sich gegen den Verkäufer. Schadensersatzansprüche richten sich zumeist gegen den Hersteller. Verklagen Sie die falsche Person, müssen Sie mit einer Abweisung Ihrer Klage rechnen. Lassen Sie sich von einem fachkundigen Rechtsanwalt beraten. Dieser kennt die Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen.

 

Fristen beachten!

Beachten Sie die Fristen. Sie können Ihre Ansprüche im Diesel-Abgasskandal nicht beliebig lange geltend machen. Die Verjährungsfristen für Schadensersatzansprüche und Mangelgewährleistungsansprüche sind verschieden. Bei den deliktischen Ansprüchen hängt die Dauer der möglichen Geltendmachung insbesondere davon ab, wann der Skandal des jeweiligen Herstellers bekanntgegeben wurde.

 

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