10 Jahre nach der Loveparade-Katastrophe: Die Tragödie als Theaterstück

21 Tote, mehr als 650 Verletzte. Das Unglück von Duisburg erschüttert die Menschen bis heute – nicht nur in Deutschland. Am 24. Juli d. J. jährt es sich zum zehnten Mal. Das Schlosstheater in Moers wagt nun mit der Inszenierung „Parade 24/7“ eine künstlerische Aufarbeitung der Loveparade vom Sommer 2010.

Erst sieben Jahre nach der Katastrophe von Duisburg, am 8. Dezember 2017, wurde der Prozess eröffnet, im Jahr 2019 wurde das Verfahren allerdings gegen sieben Angeklagte eingestellt. Gegen andere drei Angeklagte hingegegen wird der Prozess noch fortgeführt. Im Theaterstück soll allerdings nicht der Frage nachgegangen werden, wer die Schuld an diesem Schicksal trägt: „Es gehe nicht darum, Menschen zu identifizieren, die auf der Loveparade getanzt haben, sondern um das Thema Überforderung und Überschätzung“, erklärt Intendant Urlich Greb. Die Schauspieler schlüpfen in die Rolle der Chronisten der Katastrophe. Für die Inszenierung wurden Gespräche mit Augenzeugen, Journalisten und Angehörigen der Opfer geführt. „Wir bringen eine Collage an Zitaten auf die Bühne mit viel Bewegung, ohne dabei Opfer oder Verantwortliche darzustellen“, so Greb weiter.

Uraufführung war vor wenigen Tagen, am 19. Februar 2020. In fünf Wochen folgt die Premiere einer weiteren theatralischen Verarbeitung der Loveparade: am Duisburger Kom’ma-Theater.